Feier zur ersten urkundlichen Erwähnung von Tennenlohe

Veranstaltungsort
Gasthaus Rotes Ross

Datum/Zeit
23.03.2015 - 19:30


Urkunde vom 23.03.1265 mit dem Zeugen Conrad von Tenneloch/Conrad de Tenninloch

C o n r a d   v o n   T e n n e l o c h

C o n r a d v o n T e n n e l o c h

C o n r d   d e   T e n n i n l o c h

C o n r d d e T e n n i n l o c h

Hier sehen Sie den Namen des Zeugen in unterschiedlicher Form: einmal heißt er „Conrad von Tennenloch“, ein andermal „Conrd de Tenninloch“. Nicht nur das „T“ von Tennenlohe, sondern auch der Ortsname selbst ist unterschiedlich geschrieben, einmal „Tenne…“, zum andern „Tennin…“ Und in der zweiten Fassung ist der 2.Namensbestandteil des Vornamens einfach abgekürzt. Die unterschiedliche Farbe rührt lediglich daher, dass in der einen Urkunde der Name mit einem Markierungsstift farblich hervorgehoben wird, es hat nichts mit der ursprünglichen Farbgebung zu tun, sondern ist in der Gegenwart passiert. Jemand hat auf der Kopie den Namen einfach markiert.

Die an zweiter Stelle angeführte Namensform entstammt der Abschrift des Originals in Lateinisch und wird auf das 16. Jh. datiert, die zuerst angeführte Form entstammt einer Übersetzung dieser selben Urkunde und ist der Abschrift beigefügt worden. Möglicherweise handelt es sich um zwei unterschiedliche Schreiber.

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Auszug aus der Urkunde (Übersetzung): Schluss mit Zeugen und Datumsangabe

 

In der Urkunde, ausgestellt am 23.03.1265, wird als Zeuge unter vielen anderen der schon genannte Conrad von Tenneloch bzw. Conrad de Tenninloch (s.o.) erwähnt. Es war im Mittelalter üblich, dass die Beurkundung eines rechtlichen Vorgangs (Schenkung, Kauf, Verkauf etc.) immer durch anwesende Persönlichkeiten mit einwandfreiem Ruf beglaubigt worden ist, und daher werden immer eine ganze Reihe von Zeugen aufgeführt. Es wird in der vorliegenden Urkunde bestätigt, dass Conradt der Jüngere, Burggraf zu Nürnberg (Titel ohne Amt!), einige Güter bzw. Rechte den Frauen des Klosters Engelthal und einem gewissen Heinrich (als Vogt) überlassen hat. Der liebe „Bruder Friedrich Burggraff zu Nürnberg“ (er ist der tatsächliche Burggraf) wird  ausdrücklich genannt. Die Urkunde ist uns nicht im Original überliefert, sondern erst im 16. Jahrhundert in einer Abschrift, wozu sinnigerweise gleich eine Übersetzung beigelegt wurde („zu Teutzsch!), denn das Original ist in Latein verfasst. Der Schreiber scheint aber nicht sehr konzentriert zu Werke gegangen zu sein oder er hat absichtlich etwas verändert, denn die Übersetzung ist nicht deckungsgleich mit dem „Original“.

So handelt es sich zwar bei dem Rechtsgeschäft um einen Verkauf, im „Original“ steht „vendidi- mus“, was in der Übersetzung richtigerweise mit „verkaufft“ wiedergegeben wird, aber die Veränderungen in der Einleitung sind nicht unerheblich und der Tennenloher Conrad steht im lateinischen Original in der Reihe der Zeugen ziemlich weit hinten an 14. Stelle, in der Übersetzung aber bereits an der 7.Stelle. Was den Schreiber dazu bewogen hat, das Original zu verändern und den Zeugen Conrad in der Übersetzung weit vorzuziehen, erschließt sich nicht auf Anhieb. Die Reihenfolge der Zeugen sagt auch etwas aus über die Bedeutung der betreffenden Personen. Prof. Dr. Franz Machilek, Mediävist und Emeritus an der Bamberger Otto-Friedrich-Universität, hat sich intensiv mit der Urkunde und den Hintergründen befasst und wird am 23.März im Großen Saal im Roten Roß die Ungereimtheiten bzw. die Geheimnisse dieses merkwürdigen Vorgangs aufdecken und uns Näheres zu dem Tennenloher Conrad mitteilen. Wilhelm Emde und Herbert Lang werden die interessierten Zuhörer/ innen auf eine Zeitreise durch die Geschichte Tennenlohes anhand ausgewählter Bilder mitnehmen. Der Mandolinen- und Gitarrenspielkreis wird für die musikalische Umrahmung sorgen.

Rolf Schowalter


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Gasthaus Rotes Ross


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